Schnarchen und Knirschen

Schnarchen

Häufigste Ursache des Schnarchens ist das Zurückgleiten des Unterkiefers im Schlaf, wodurch auch die Zunge zurückfällt. Hierdurch wird der Atemstrom behindert. Dadurch wird der Körper mit zu wenig Sauerstoff versorgt und man wacht morgens müde und antriebslos aus dem Schlaf auf. In schwerwiegenden Fällen spricht Ihr Zahnarzt auch von einer Schlaf-Apnoe, wenn es mehrmals pro Stunde zu regelrechten Atemaussetzern kommt.

Eine Schlaf-Apnoe kann dazu führen, dass Sie nicht die gewohnte Leistungsfähigkeit besitzen, Depressionen können sich einstellen, und Sie tragen ein gewisses Risiko für Hypertonie, Herzschwäche und Schlaganfall.

Abb. 10: Schlaf-Apnoe-Patient mit Sauerstoffversorgung über Maske
Abb. 10: Schlaf-Apnoe-Patient mit Sauerstoffversorgung über Maske

Nach eingehender Beratung und Diagnose wird Ihr Zahnarzt Ihnen zu einer Schienentherapie raten. Nach Abdrucknahme des Ober- und Unterkiefers werden individuell geformte Kunststoffschienen hergestellt, die über ein Metallgelenk verbunden sind. Diese bewirken, dass Ihr Unterkiefer nachts nicht mehr zurückgleitet und somit auch die Zunge in der richtigen Position verbleibt. Infolgedessen kommt es zu einer optimalen Sauerstoffversorgung Ihres Körpers während der Schlafphase und Sie fühlen sich morgens wieder ausgeruht und fit für den Tag.

Knirschen

Das Zähneknirschen, auch Bruxismus genannt, findet häufig im Schlaf statt, wenn die Sorgen und Probleme des Alltags unterbewusst verarbeitet werden. Häufiger Auslöser sind länger anhaltende Stresssituationen.

Als Folge des Zähneknirschens stellen Zahnärzte während der diagnostischen Schritte eine deutliche Abnahme der Zahnhartsubstanz fest. Ferner sind Verspannungen der Kaumuskulatur, Kopf- oder Gelenkschmerzen typisch für "Knirscher".

Auch in diesem Fall wird Ihr Zahnarzt Ihnen zu einer Schienentherapie raten, um die Fehlkontakte im Zahnsystem wieder zu beseitigen - das Zusammenspiel der Zähne, der Kiefer und der Gelenke wird wieder optimal aufeinander abgestimmt. Die Überlastung einzelner Zähne wird reguliert. Außerdem kommt es zu einer Schonung der Zahnhartsubstanz.

Die verwendeten Kunststoffschienen werden auch nachts getragen und je nach Fortschritt der zahnärztlichen Behandlung individuell nachgeschliffen und angepasst.

Darüber hinaus empfiehlt Ihnen Ihr Zahnarzt als begleitende Maßnahme gezielte Übungen zum Stressabbau und zur Entspannung.

Wird Zahnersatz erforderlich, muss Ihr Zahnarzt genau abwägen, welche Stabilität das verwendete Material besitzt, da es beim Knirschen zu punktuell überschüssigen Belastungen und somit auch zu Schäden am Zahnersatz kommen kann. (Siehe auch LANGE ET AL., 2013)

Zuletzt aktualisiert: 14.3.2014

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